Hirntumore

Hirntumore

Hirntumore stellen eine der bedeutenden Krankheitsgruppen in der Neurochirurgie dar. Sie werden im Allgemeinen als gutartig (nicht krebsartig) und bösartig (krebsartig) eingestuft. Gutartige Tumore streuen in der Regel nicht in andere Teile des Gehirns oder des Körpers. Sofern sie nicht sehr groß werden und einen Masseneffekt verursachen oder sich in lebenswichtigen Bereichen befinden, ist ihr Potenzial, das Leben ernsthaft zu bedrohen, gering; sie können oft chirurgisch entfernt werden, und das Risiko eines Wiederauftretens ist relativ gering. Bösartige Hirntumore hingegen können in das umgebende Gewebe eindringen, streuen und Schäden verursachen.

Die genaue Ursache von Hirntumoren ist nicht vollständig bekannt. Obwohl sie in jedem Alter auftreten können, entstehen sie am häufigsten im Alter zwischen 3–12 und 40–70 Jahren. Mögliche Risikofaktoren umfassen die Arbeit in bestimmten Industriebereichen (z.B. Raffination/Reinigung, Gummi, Farbe), einige Virusinfektionen und erbliche Veranlagung. Tumore, die sich aus dem körpereigenen Gewebe des Gehirns entwickeln, werden primäre Tumore genannt, und solche, die sich von anderen Organen auf das Gehirn ausbreiten (Metastasen), werden sekundäre Tumore genannt. Tumore werden nach den Geweben benannt, aus denen sie stammen: Meningiom für solche, die sich aus den Hirnhäuten entwickeln, Gliom für solche, die sich aus dem Hirngewebe entwickeln, Adenom für solche, die sich aus der Hypophyse entwickeln, Neurinom/Schwannom für solche, die sich aus der Nervenscheide entwickeln, und Kraniopharyngeom für solche, die sich aus Restzellen entwickeln.

Was sind die Symptome?

Die Symptome von Hirntumoren können je nach Lage und Größe des Tumors variieren. Häufige Beschwerden sind:

  1. Allmählich schlimmer werdende Kopfschmerzen (besonders morgens)
  2. Erbrechen (oft schwallartig)
  3. Sehstörungen (verschwommenes oder doppeltes Sehen, das unbehandelt zu Sehverlust führen kann)
  4. An Epilepsie erinnernde Anfälle (epileptische Anfälle)
  5. Partieller oder vollständiger Kraftverlust/Lähmung auf der gegenüberliegenden Körperseite, abhängig von der Tumorlage
  6. Sprachstörungen
  7. Veränderungen des Bewusstseins und der Persönlichkeit

In Fällen, in denen Kopfschmerzen, Erbrechen und Sehstörungen zusammen auftreten, sollte ein erhöhter intrakranieller Druck vermutet werden; dieser Zustand wird häufig bei Hirntumoren beobachtet.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose erfolgt durch klinische Beurteilung und radiologische Untersuchungen. Zuerst werden der Beginn und der Verlauf der Beschwerden erfragt und eine detaillierte **neurologische Untersuchung** durchgeführt. Anschließend kommen bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT), die Angiographie, Schädelröntgenaufnahmen und in einigen Fällen PET zum Einsatz.

Wie werden Hirntumore behandelt?

Im aktuellen Ansatz ist die Operation die erste Wahl bei vielen Hirntumoren. Die Entfernung des Tumorgewebes ist in geeigneten Fällen eine der schnellsten und effektivsten Methoden. Einige Tumore können sich jedoch in lebenswichtigen Bereichen befinden (z.B. Hirnstamm; Zentren für Sprache, Bewegung oder Sehen). Wenn die vollständige Tumorentfernung in solchen Situationen ein hohes Risiko birgt, kann eine teilweise Entfernung (Debulking) und/oder eine diagnostische Bestätigung durch eine Biopsie notwendig sein, gefolgt von der Überweisung zu nicht-chirurgischen Behandlungen. Diese Behandlungen umfassen **Radiotherapie** (Strahlentherapie), **Chemotherapie** (medikamentöse Behandlung) und **stereotaktische Radiochirurgie** (z.B. Gamma Knife, LINAC).

Die regelmäßige Nachsorge mit klinischen Untersuchungen und Bildgebung in bestimmten Abständen ist für alle behandelten Patienten wichtig, unabhängig davon, ob eine Operation oder andere Methoden angewendet wurden. Bei frühzeitiger Diagnose und geeigneter Behandlung ist in einigen Fällen eine vollständige Genesung möglich; zusätzlich können die Lebensqualität und die Lebenserwartung gesteigert werden.

Fazit

Eine frühzeitige Diagnose und ein personalisierter, multidisziplinärer Behandlungsplan sind bei Hirntumoren von großer Bedeutung. Die Lebensqualität und der Behandlungserfolg können durch regelmäßige Nachsorge in geeigneten Zentren unterstützt werden.

Prof. Halil Ak
Facharzt für Neurochirurgie