Was ist eine transverse Myelitis? Wie wird sie behandelt?

Was ist eine Transversale Myelitis? Wie wird sie behandelt?

Die transversale Myelitis ist eine seltene, aber ernste neurologische Erkrankung, die beide Seiten des Rückenmarks betrifft. Dieser Zustand tritt als Folge einer Schädigung des Myelins auf, der Schutzhülle, die die Nervenfasern im Rückenmark umgibt. Diese Entzündung im Rückenmark unterbricht die Übertragung von Nervensignalen im gesamten Körper und verursacht Schmerzen, Muskelschwäche, Lähmungen, sensorische Probleme oder Blasen- und Darmfunktionsstörungen.

In diesem Artikel werfen wir einen fundierten Blick darauf, was eine transversale Myelitis ist, was sie verursacht, wie sie diagnostiziert wird und welche Behandlungsoptionen die moderne Medizin bietet.

Was sind die Symptome einer transversalen Myelitis?

Die Symptome einer transversalen Myelitis entwickeln sich in der Regel plötzlich (innerhalb weniger Stunden) oder können über einen Zeitraum von einigen Tagen bis Wochen fortschreiten. Die Symptome variieren je nachdem, welche Region des Rückenmarks betroffen ist. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Schmerzen: Es handelt sich um einen stechenden Schmerz, der meist plötzlich im unteren Rücken beginnt. Dieser Schmerz kann in die Beine, Arme oder den Rumpf ausstrahlen.

Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühl, Kribbeln, Kälte- oder Brenngegühle sind häufig. Viele Patienten beschreiben ein Gefühl, als ob ein Gürtel um ihren Rumpf festgeschnallt wird.

Schwäche in Beinen und Armen: Patienten können ein Schweregefühl in den Beinen verspüren oder die Füße nachziehen. In schweren Fällen kann sich eine vollständige Lähmung entwickeln.

Blasen- und Darmprobleme: Probleme wie ein erhöhter Harndrang, Harninkontinenz oder Verstopfung treten häufig auf.

Ursachen der transversalen Myelitis

Die genaue Ursache einer transversalen Myelitis kann nicht immer bestimmt werden (idiopathisch). Studien weisen jedoch auf mehrere Hauptfaktoren hin, die diesen Zustand auslösen können:

Störungen des Immunsystems: Das körpereigene Immunsystem greift fälschlicherweise das Rückenmarksgewebe an (eine Autoimmunreaktion).

Virale Infektionen: Sie kann sich im Anschluss an Viren wie Herpes simplex, Windpocken (Zoster), HIV, Epstein-Barr und Influenza entwickeln.

Bakterielle Infektionen: Bakterielle Erkrankungen wie Lyme-Borreliose, Syphilis oder Tuberkulose können, wenn auch selten, Auslöser sein.

Multiple Sklerose (MS): Die transversale Myelitis kann manchmal als erstes Symptom einer MS-Erkrankung auftreten.

Neuromyelitis optica (Devic-Syndrom): Eine Erkrankung, die sowohl das Rückenmark als auch die Sehnerven betrifft.

Wie wird sie diagnostiziert?

Eine genaue Diagnose ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Ein Neurologe nutzt in der Regel die folgenden Methoden:

Magnetresonanztomographie (MRT): Sie ist der Goldstandard, um die Entzündung im Rückenmark sichtbar zu machen und andere mögliche Ursachen (Tumor, Bandscheibenvorfall etc.) auszuschließen.

Lumbalpunktion (Liquorentnahme): Wird verwendet, um den Gehalt an weißen Blutkörperchen oder Proteinen im Liquor (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) zu messen.

Bluttests: Werden durchgeführt, um auf Infektionen oder spezifische Antikörper (wie NMO-Antikörper) zu prüfen.

Was sind die Behandlungsmethoden?

Das Hauptziel der Behandlung ist es, die Entzündung zu reduzieren und die Symptome zu lindern. Die im Allgemeinen verwendeten Methoden sind:

Intravenöse Steroide: Werden hochdosiert intravenös verabreicht, um die Entzündung schnell zu unterdrücken.

Plasmaaustausch (Plasmapherese): Wird verwendet, um schädliche Antikörper aus dem Blut zu entfernen, wenn Steroide nicht ausreichen.

Immunmodulatorische Medikamente: Werden eingesetzt, um das Immunsystem bei wiederkehrenden Fällen zu regulieren.

Physiotherapie und Rehabilitation: Sie ist der wichtigste Teil der Behandlung, um die Muskelkraft zu erhalten, die Flexibilität zu erhöhen und die Mobilität wiederzuerlangen.

Genesungsrate und Lebensqualität

Der Genesungsprozess variiert von Person zu Person stark. Einige Patienten zeigen in den ersten Monaten eine vollständige Genesung, während andere mit dauerhaften neurologischen Schäden leben müssen. Eine frühzeitige Intervention sorgt im Allgemeinen für bessere Ergebnisse.