- Februar 20, 2026
- Web Editorial Board
- Gesundheitsratgeber
Ist es gesund, während des Ramadan Gewicht zu verlieren?
Wenn man es richtig angeht, kann der Ramadan eine sehr günstige Zeit für den Gewichtsverlust sein. Das Fasten begrenzt natürlicherweise die tägliche Kalorienaufnahme. Ob dieser Prozess jedoch zu einem wirklich gesunden und nachhaltigen Gewichtsverlust führt, hängt von der Ernährungswahl beim Iftar (Fastenbrechen) und Suhur (Mahlzeit vor der Morgendämmerung) ab.
Warum ist Suhur so wichtig?
Einer der häufigsten Fehler im Ramadan ist das Auslassen des Suhur. Dabei ist Suhur eine der wichtigsten Mahlzeiten des Tages. Ein ausgewogenes Suhur im Frühstücksstil hält Ihr Energieniveau über den Tag stabil und verzögert das Hungergefühl. Die Lebensmittel, die Sie beim Suhur wählen, beeinflussen direkt Ihre Sättigungsdauer.
Lebensmittel, die beim Suhur vermieden werden sollten, sind ebenso wichtig wie jene, die verzehrt werden sollten. Verarbeitete Lebensmittel, übermäßig salzige Produkte, Wurstwaren sowie fettige oder zuckerhaltige Speisen erhöhen Ihren Wasserbedarf am Tag und führen zu früherem Hunger. Stattdessen ist es weitaus klüger, auf Lebensmittel mit hohem Protein-, Ballaststoff- und Wassergehalt zu setzen.
Wie sollte die Wasseraufnahme während des Ramadan aussehen?
Genügend Wasser zu trinken, ist eine der Grundvoraussetzungen, um gesund zu bleiben und das Gewicht während des Ramadan zu kontrollieren. Das Trinken von 4-5 Gläsern Wasser beim Suhur und der Verzehr von 1,5-2 Litern Wasser in der Zeit zwischen Iftar und Suhur reicht aus, um Ihren täglichen Bedarf zu decken.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Tee und Kaffee Wasser ersetzen können. Im Gegenteil: Diese koffeinhaltigen Getränke erhöhen die Wasserausscheidung aus dem Körper und steigern das Risiko einer Dehydrierung. Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, in der Zeit zwischen Iftar und Suhur einfachem Wasser den Vorzug zu geben.
Welche Lebensmittelgruppen sollten im Ramadan bevorzugt werden?
Bei langen Fastenperioden steigt das Risiko, dass der Körper beginnt, Muskelgewebe zur Energiegewinnung zu nutzen. Der effektivste Weg, diesen Muskelabbau zu verhindern, ist die Beachtung der Proteinzufuhr. Lebensmittel mit hohem Proteingehalt wie Fleisch, Eier, Milch, Joghurt und Kefir schützen die Muskeln und verlängern das Sättigungsgefühl.
Zusätzlich zu den Proteinen sollten Ballaststoffe in der Ramadan-Ernährung unverzichtbar sein. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hafer, Roggen und Kleie verlangsamen die Magenentleerung. Obst und Gemüse beim Suhur helfen zudem, das Durstgefühl am Tag zu lindern.
Die Zubereitungsmethode ist ebenso entscheidend wie die Wahl der Zutaten. Das Kochen, Grillen oder die Zubereitung mit Olivenöl anstelle von Braten und Rösten reduziert die Kalorienaufnahme und erleichtert die Verdauung.
Wie sollte der Dessertverzehr im Ramadan aussehen?
Der Wunsch nach etwas Süßem nach dem Iftar ist völlig natürlich. Allerdings lassen stark zuckerhaltige Speisen nach langem Hunger den Blutzuckerspiegel schlagartig ansteigen und beschleunigen die Fetteinlagerung. Ein bewusster Umgang mit Desserts macht daher einen großen Unterschied bei der Gewichtskontrolle.
Desserts auf Sirupbasis verursachen aufgrund des übermäßigen Fett- und Zuckergehalts oft Verdauungsprobleme und Blähungen. Stattdessen bieten milchbasierte Desserts und Obstspeisen 1-2 Stunden nach dem Iftar eine viel gesündere Alternative. Güllaç und Eiscreme gehören zu den idealen Optionen, die man 1-2 Mal pro Woche genießen kann.
Was kann man gegen Blähungen nach dem Iftar tun?
Sich nach einem langen Fastentag an den Tisch zu setzen, verleitet oft zu schnellem und übermäßigem Essen. Der einfachste Weg, Blähungen zu vermeiden, ist langsames Essen. Das Fastenbrechen mit Wasser zu beginnen, die Mahlzeit auf mindestens 20-30 Minuten auszudehnen und Pausen zwischen den Bissen einzulegen, trägt direkt zur gesunden Funktion Ihres Verdauungssystems bei.
Anstatt sich sofort nach dem Essen hinzulegen, unterstützt ein kurzer Spaziergang die Verdauung und hilft, den Blutzuckerspiegel auszugleichen. Die kontinuierliche Wasseraufnahme nach dem Iftar ist ebenfalls eine effektive Methode, um Blähungsprobleme zu reduzieren.
Der Ramadan ist eine Zeit, in der Sie durch bewusste Entscheidungen sowohl Ihre Gesundheit schützen als auch gesund abnehmen können. Ausgewogenes Essen ohne das Suhur auszulassen, ausreichend Wasser zu trinken und eine protein- sowie ballaststoffreiche Ernährung sind die wichtigsten Regeln dieses Prozesses. Diese Gewohnheiten können die Basis für eine dauerhafte Lebensstiländerung bilden.

