Nicht-chirurgische thermische Ablationsbehandlung von Krampfadern

Thermische Ablationsbehandlung bei Krampfadern (Varizen)

Die thermische Ablation bei Krampfadern ist ein Verfahren zum Verschluss erweiterter oberflächlicher Venen, indem diese von innen erhitzt werden. Im Volksmund ist es als „Veröden der Vene von innen“ bekannt; dank moderner Geräte, die kontrollierte und sichere Wärme abgeben, wird das umliegende Gewebe jedoch geschont. Diese Methode wird in zwei Hauptkategorien unterteilt: Radiofrequenzablation (RF) und Endovenöse Laserablation (EVLA). Beide sind chirurgiefreie, nadeldurchstochene Verfahren, die unter Ultraschallkontrolle durchgeführt werden, und die meisten Patienten gehen noch am selben Tag nach Hause.

Was ist das Grundprinzip der thermischen Ablation?

Die Essenz des Verfahrens besteht darin, einen dünnen Katheter in die problematische Vene einzuführen und die innere Oberfläche der Vene mit kontrollierter Hitze zu verschließen. Sobald die Vene aus dem „Verkehr“ entfernt ist, wird das Blut in gesündere Venen umgeleitet. RF und Laser verfolgen das gleiche Ziel; der Unterschied liegt in der Art der Wärmeerzeugung. RF erzeugt Wärme mit elektrischer Energie, während Laser Wärme mit Licht einer bestimmten Wellenlänge erzeugt.

Wie läuft die Vorbereitung vor dem Eingriff ab?

Nüchternheit ist im Allgemeinen nicht erforderlich; Ihre Medikamente und jede Vorgeschichte von Gerinnseln werden immer abgefragt. Die zu behandelnde Vene, die Eintrittsstelle und die Verschlussgrenze werden mit millimetergenauer Präzision mithilfe des Doppler-Ultraschalls geplant. Ein geeigneter kniehoher oder oberschenkelhoher Kompressionsstrumpf wird für die Zeit nach dem Eingriff vorbereitet.

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Die Haut wird mit Lokalanästhesie betäubt. Die Vene wird mit einer Nadel punktiert, und der RF- oder Laserkatheter wird über einen dünnen Draht und eine Schleuse vorgeschoben. Eine spezielle Lösung, die sogenannte Tumeszenz-Anästhesie, wird um die Vene herum verabreicht; diese Lösung sorgt sowohl für Schmerzlinderung als auch dafür, dass die Vene von umliegendem Gewebe getrennt wird, um die Wärme sicher im Inneren zu halten. Anschließend wird die Vene langsam beim Zurückziehen des Katheters von innen verschlossen. Die Eingriffszeit beträgt in den meisten Fällen 30–60 Minuten. Anschließend werden ein kleiner Verband und ein Kompressionsstrumpf angelegt.

Was ist die Radiofrequenzablation (RF)?

Bei der RF-Ablation erwärmt die Katheterspitze das Innere der Vene kontrolliert, nicht über etwa 120 °C. Moderne RF-Katheter verschließen die Vene segmentweise; die Energie und Dauer werden vom Gerät bei jedem Schritt optimiert. Diese kontrollierte Erwärmung gewährleistet einen homogenen Verschluss, insbesondere bei Venen mit großem Durchmesser. Viele Zentren berichten bei RF über ein geringeres „Hitzegefühl“ während des Eingriffs. RF ist sehr verbreitet für Hauptstämme wie die Vena saphena; bei Bedarf kann in derselben Sitzung auch eine Schaum-Sklerosierung an zusätzlichen Seitenästen durchgeführt werden.

Was ist die Endovenöse Laserablation (EVLA)?

Bei der Laserablation sendet die in die Vene eingeführte Faserspitze Licht einer bestimmten Wellenlänge aus; das Licht wandelt sich in Wärme um und verschließt die Vene. Aktuelle Laser verwenden wasserempfindliche Wellenlängen wie 1470 nm und radiale (360°) Faserspitzen; dies gewährleistet eine gleichmäßige Wärmeverteilung und reduziert Schmerzen und Blutergüsse. Sie ist sehr effektiv bei dünnen bis mittelgroßen Venen. In erfahrenen Händen ist der Erfolg von EVLA ähnlich dem von RF. Laser kann bei Bedarf auch mit Sklerosierung für Seitenäste kombiniert werden.

RF oder Laser?

Beide Methoden sind gemäß den Leitlinien Erstlinienbehandlungen für endovenöse Verfahren und weisen hohe Erfolgsraten auf. Die Hauptfaktoren, die die Wahl bestimmen, sind:

  • Der Durchmesser und der Verlauf der Vene,
  • Die Nähe zur Hautoberfläche,
  • Vorherige Eingriffe,
  • Begleitende Besenreiser/Seitenastkrampfadern.

Während RF bei einigen großen Venen ein „homogeneres“ Verschlussgefühl vermittelt, sind moderne Laserfasern sehr erfolgreich bei der Reduzierung von Besenreisern, Schmerzen und Blutergüssen. Folglich bieten beide Methoden bei der richtigen Patientenauswahl und einem erfahrenen Team eine starke Alternative zur Operation.

Was sind die Vorteile der thermischen Ablation?

Es gibt **keine Schnitte oder Nähte**; die Eintrittsstelle ist so klein wie ein Nadelstich. Eine allgemeine Narkose ist oft nicht erforderlich; der Eingriff ist mit Lokalanästhesie und Tumeszenzlösung komfortabel. Sie gehen am selben Tag nach Hause und kehren kurz darauf zur Arbeit und in den Alltag zurück. Die kosmetische Narbe ist minimal. Bei Bedarf können zusätzliche Sitzungen für das andere Bein oder verbleibende Seitenäste geplant werden. Auf lange Sicht wird eine signifikante Linderung von Schmerzen, Schwellungen und nächtlichen Krämpfen erwartet; die Heilungsrate ist jedoch bei jedem unterschiedlich.

Gibt es Risiken?

Wie bei jedem Eingriff gibt es auch hier kleinere Risiken. Blutergüsse, Verhärtungen, leichte Schmerzen und ein „strangartiges“ Spannungsgefühl der Vene an der Eintrittsstelle lassen innerhalb weniger Wochen nach. Selten können oberflächliche Venenentzündungen (Thrombophlebitis), vorübergehende Hautverfärbungen oder hitzebedingte Empfindlichkeit auftreten. Das Risiko einer tiefen Venenthrombose (TVT) ist gering, wird aber insbesondere bei Risikogruppen engmaschig überwacht. Notfallkonsultation ist notwendig, wenn nach dem Eingriff plötzliche Schwellungen, starke Schmerzen oder Atemnot auftreten.

Wie sieht die Nachsorge aus?

Die meisten Zentren empfehlen das Tragen von Kompressionsstrümpfen tagsüber für die ersten 1–2 Wochen. Sofortiges Gehen wird gefördert, aber langes Stehen und starke Hitze (Sauna, heißes Bad) sind in den ersten Tagen eingeschränkt. Einfache Schmerzmittel reichen für Schmerzen aus. Sie werden innerhalb von 1–2 Wochen zu einer Kontrolluntersuchung einbestellt. Der Doppler-Ultraschall überprüft den Venenverschluss und die Anpassung des Blutflusses an das neue Muster. Bei Bedarf wird eine Schaum-Sklerosierung für verbleibende Seitenäste geplant.

Wie wird die Anwendung von RF und Laser mit anderen Methoden kombiniert?

Der Verschluss der Hauptvene mit RF oder Laser und die Durchführung einer Schaum-Sklerosierung an signifikanten oberflächlichen Seitenästen in derselben Sitzung ermöglichen bei einigen Patienten eine schnelle Genesung. In sehr fortgeschrittenen Fällen können thermische Methoden mit nicht-thermischen Techniken wie Klebstoff- (Cyanoacrylat) oder mechanochemischer Ablation kombiniert werden. Die geeignete Kombination wird nach gemeinsamer Bewertung Ihrer Venenkarte und Ihres Lebensstils entschieden.

Häufige Missverständnisse

Die Befürchtung, dass „Blut im Bein bleibt, wenn die Vene verschlossen wird“, ist falsch; die problematische oberflächliche Vene wird verschlossen, und das Blut wird in tiefere, gesündere Venen umgeleitet. Auch die Aussage, dass „Krampfadern vollständig verschwinden“, ist nicht realistisch; die verschlossene Vene wird sich nicht wieder öffnen, aber im Laufe der Zeit können Probleme in anderen Segmenten auftreten. Deshalb sind Lebensstilmaßnahmen wie Gewichtskontrolle, regelmäßiges Gehen und bei Bedarf Kompressionsstrümpfe wichtig.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Thermischen Ablation bei Krampfadern

1- Ist der Eingriff schmerzhaft?

Dank lokaler Anästhesie und Tumeszenzlösung verspüren die meisten Menschen abgesehen von einem leichten Unbehagen keine Schmerzen.

2- Wann kann ich zur Arbeit zurückkehren?

Die meisten Menschen kehren innerhalb von 1–2 Tagen zu Bürotätigkeiten zurück. Bei schwerer körperlicher Arbeit kann die Dauer länger sein.

3- Ist RF oder Laser besser?

Ihre Erfolgsraten sind ähnlich. Die Eigenschaften der Vene bestimmen die Wahl.

4- Bleibt eine Narbe?

Da kein Schnitt erfolgt, wird keine auffällige Narbe erwartet. An der Injektionsstelle können vorübergehend Blutergüsse auftreten.

5- Ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen zwingend erforderlich?

Die kurzfristige Verwendung von Strümpfen wird in den meisten Plänen empfohlen. Der Strumpf verbessert sowohl den Komfort als auch die Ergebnisse.

6- Ist es in einer Sitzung abgeschlossen?

Die Hauptvene wird normalerweise in einer einzigen Sitzung verschlossen. Für Seitenäste können zusätzliche Sitzungen erforderlich sein.

7- Tritt es erneut auf?

Eine Wiedereröffnung derselben Vene ist selten, aber im Laufe der Zeit können sich Krampfadern in anderen Venen entwickeln.

8- Kann es während der Schwangerschaft durchgeführt werden?

Es wird im Allgemeinen verschoben. Eine Beurteilung nach der Geburt ist angemessener.

9- Kann ich Sport treiben?

Gehen kann sofort durchgeführt werden. Sie sollten in den ersten 1–2 Wochen vorsichtig mit Laufen, Gewichtheben und heißen Umgebungen sein.

10- Ich habe viele Seitenäste; was wird passieren?

Nachdem die Hauptvene verschlossen wurde, werden ergänzende Verfahren wie die Schaum-Sklerosierung für die verbleibenden Äste geplant.

Quellenangaben

  • Mayo Clinic
  • NHS
  • WebMD
  • Society for Vascular Surgery
  • American Venous Forum
  • European Society for Vascular Surgery
  • NICE (National Institute for Health and Care Excellence)