- Dezember 20, 2025
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- Gesundheitsratgeber
Was ist eine Tracheotomie? Warum wird sie durchgeführt?
Eine Tracheotomie ist ein medizinischer Eingriff, bei dem eine kleine Öffnung in der Luftröhre (Trachea) durch den Hals geschaffen wird, um die Atmung zu erleichtern.
Warum wird eine Tracheotomie durchgeführt?
Eine Tracheotomie wird in folgenden Situationen angewendet:
- In Fällen, in denen die oberen Atemwege blockiert oder verengt sind.
- Wenn eine langfristige mechanische Beatmung erforderlich ist (z. B. auf der Intensivstation).
- Wenn die Atemmuskulatur aufgrund von neuromuskulären Erkrankungen, Schlaganfällen oder Hirnschäden unzureichend ist.
- Bei Risiken für die Atemwege wie Kopf-Hals-Tumoren, schweren Traumata oder angeborenen Anomalien.
- Um Sekrete (Schleim) effektiver zu reinigen und das Risiko einer Aspiration zu verringern.
Was ist der Zweck einer Tracheotomie?
Ziel ist es, die Atmung zu entlasten, die Verbindung zu einem Beatmungsgerät sicher zu gestalten und das Sekretmanagement zu erleichtern. Eine Tracheotomie:
- Erleichtert das Atmen und reduziert die Atemarbeit.
- Bietet eine komfortablere und sicherere Verbindung zu einem mechanischen Beatmungsgerät.
- Bietet einen komfortableren langfristigen Atemweg im Vergleich zu Tuben in Mund und Rachen.
- Erleichtert die Reinigung von Sekreten und die Belüftung der Lunge.
- Unterstützt bei geeigneten Patienten die Sprach- und Ernährungsrehabilitation durch Sprechventile.
Welche Arten von Trachealkanülen gibt es?
Die Auswahl der Kanüle erfolgt individuell basierend auf Alter, Anatomie, Beatmungsbedarf und Sprachzielen des Patienten.
- Nach Material: Kunststoff (PVC, Silikon), Metall.
- Gecufft und ungecufft: Gecuffte Kanülen reduzieren Aspiration und Leckagen durch das Aufblasen eines kleinen Ballons (Cuff); ungecuffte Kanülen werden oft in der Sprachrehabilitation bevorzugt.
- Mit oder ohne Innenkanüle: Die Innenkanüle kann zur Reinigung entfernt werden, wenn sich Sekrete ansammeln.
- Fenestriert (gefenstert) und nicht-fenestriert: Gefensterte Kanülen können die Stimmbildung mit einem Sprechventil erleichtern.
- Größen für Kinder und Erwachsene: Durchmesser und Länge variieren je nach Alter, Anatomie und Indikation.
Wie wird eine Tracheotomie durchgeführt?
Das Verfahren beinhaltet die Schaffung einer sicheren Öffnung in der Luftröhre und das Einsetzen der entsprechenden Kanüle mittels chirurgischer oder perkutaner Methoden.
- Chirurgische Methode: Wird im Operationssaal unter sterilen Bedingungen durch einen kleinen Schnitt im Hals durchgeführt, um direkt in die Luftröhre zu gelangen.
- Perkutane Methode (am Krankenbett): Kann auf der Intensivstation mit einem kleineren Schnitt unter Ultraschall- oder Bronchoskopieführung mittels eines Nadel-Draht-Dilatatorsystems angewendet werden.
Während des Eingriffs werden Sauerstoffsättigung, Herzrhythmus und Blutdruck engmaschig überwacht; die passende Kanüle wird platziert, fixiert und der erste Verband angelegt.
Wer kann keine Tracheotomie erhalten?
Das Verfahren kann verschoben oder alternative Methoden gewählt werden bei Patienten mit stark deformierter Halsanatomie, unkontrollierten Blutungsstörungen, Unmöglichkeit der Visualisierung der Atemwege oder Mangel an geeigneter Notfallausrüstung. Die Entscheidung erfolgt durch eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung.
Was ist eine pädiatrische Tracheotomie?
Sie kann bei Säuglingen und Kindern aufgrund angeborener Atemwegsverengungen, langfristigem Beatmungsbedarf, neuromuskulärer Erkrankungen oder Traumata angewendet werden. Durchmesser und Länge werden sorgfältig nach Gewicht und Luftröhrenmaßen des Kindes ausgewählt. Die Schulung der Familie in Absaugung, Kanülenpflege und Notfallmanagement wird detailliert vermittelt.
Wie wird ein Tracheostoma-Tubus ausgewählt und gepflegt?
Bei der Auswahl eines Tubus werden Indikation, Sekretmenge, Sprachziele, Beatmungsbedarf, Anatomie und Alter berücksichtigt.
- Tägliche Pflege: Reinigung und Trockenhalten des Bereichs um das Stoma, Anpassen der Kanülenfixierbänder und Absaugen von Sekreten in angemessenen Intervallen.
- Befeuchtung: Verwendung von Wärme-Feuchtigkeits-Austauschern („Künstliche Nase“) oder Vernebelung, um Austrocknung der Atemwege und Borkenbildung zu reduzieren.
- Zubehör: Sprechventile, Kappen und Innenkanülen werden nach ärztlicher Empfehlung verwendet.
Was passiert, wenn keine Tracheotomie durchgeführt wird?
Wenn eine Tracheotomie bei blockierten Atemwegen oder notwendiger Beatmungsunterstützung verzögert wird, steigen die Risiken für Kehlkopf-/Luftröhrenschäden, Infektionen und Beatmungsschwierigkeiten aufgrund langfristiger oraler Intubation. In einigen Notfallsituationen führt das Unterlassen einer Tracheotomie oder eines alternativen chirurgischen Atemwegs zu schwerem Sauerstoffmangel und Lebensgefahr.
Wann und wie wird eine Tracheotomie entfernt?
Der Tubus kann entfernt werden (Dekanülierung), wenn der Patient ausreichend selbstständig atmen kann, seine Sekrete im Griff hat, der Atemweg sicher ist und die zugrunde liegende Ursache sich gebessert hat. Der Kanülendurchmesser kann schrittweise reduziert werden, es werden „Verschluss“-Tests durchgeführt und die Toleranz mit einem Sprechventil bewertet. Nach der Entfernung schließt sich das Stoma meist spontan; bei Bedarf kann eine kleine chirurgische Korrektur erfolgen.
Risiken und potenzielle Komplikationen der Tracheotomie
In der Frühphase: Blutungen, Infektionen, Fehllage, Luftleck (Hautemphysem) oder Pneumothorax. In der Spätphase: Granulationsgewebe, Tracheomalazie, Trachealstenose (Verengung), Fistelbildung oder Hautirritationen können entstehen. Risiken können durch richtige Technik, regelmäßige Pflege und engmaschige Nachsorge minimiert werden.
Häufig gestellte Fragen zur Tracheotomie
1- Ist eine Tracheotomie vorübergehend oder dauerhaft?
Dies hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei den meisten Patienten ist sie vorübergehend und kann sicher entfernt werden, sobald sich der Zustand verbessert hat.
2- Kann ich mit einer Tracheotomie sprechen?
Viele Patienten können mit der passenden Kanüle und einem Sprechventil sprechen. Logopädie sowie Unterstützung durch die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) sind hierbei sehr hilfreich.
3- Erleichtert eine Tracheotomie das Atmen?
Ja, sie umgeht die oberen Atemwege, was die Atmung entlastet und die Beatmungsunterstützung erleichtert.
4- Ist die häusliche Pflege schwierig?
Mit der entsprechenden Schulung ist sie gut bewältigbar. Die Pflege des Stomas, das Absaugen (Aspiration) und die Notfallplanung werden der Familie im Detail vermittelt.
5- Kann ich baden oder duschen?
Beim Duschen werden spezielle Kappen oder Schutzvorrichtungen verwendet, um zu verhindern, dass Wasser in das Stoma gelangt. Schwimmen wird im Allgemeinen nicht empfohlen.
6- Kann ich mit einer Tracheotomie Sport treiben?
Nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ist die Rückkehr zu leichter bis mäßiger körperlicher Betätigung möglich. Sportarten, die eine starke Mundatmung erfordern oder ein Wasserrisiko bergen, können eingeschränkt sein.
7- Ist das Infektionsrisiko hoch?
Das Risiko steigt, wenn die Pflege der Haut und der Atemwege vernachlässigt wird. Regelmäßige Reinigung, Befeuchtung und Absaugung wirken schützend.
8- Wie oft wird die Kanüle gewechselt?
Dies hängt vom Modell und dem Plan des Arztes ab. Die Innenkanüle kann täglich gereinigt werden; die Außenkanüle wird in bestimmten Abständen von medizinischem Fachpersonal gewechselt.
9- Wird sie bei Kindern anders angewendet?
Ja. Messungen, Fixierung und Schulung werden bei der pädiatrischen Anatomie wesentlich akribischer geplant; die Ausbildung der Familie ist von entscheidender Bedeutung.
10- Wann sollte ich einen Notarzt aufsuchen?
Suchen Sie sofortige Hilfe bei plötzlicher Atemnot, wenn keine Luft mehr durch die Kanüle strömt, bei starken Blutungen, hohem Fieber oder einer schnell zunehmenden Schwellung/Rötung um das Stoma herum.
Referenzen
- Mayo Clinic
- NHS (National Health Service)
- Cleveland Clinic
- WebMD

